Immer wieder erinnern mich die Verhaltensweise in den sozialen Netzen an meine Kindergartenzeit. Es wird über wichtige und unwichtige Themen diskutiert bzw. gestritten. Der Unterschied liegt dabei in Respekt, Toleranz und Argumentation. Für viele ist es heutzutage kaum nachzuvollziehen: „Du bist doof …!“ ist kein Argument. Auch wenn ich zu den aktiveren Nutzern in den sozialen Netzen gehöre, bleibt mir bei solchen Streitigkeiten nur zurückzulehnen und das sinnbildliche Popcorn zu holen.

Der bekannte, viel diskutierte und meiner Meinung nach geschmacklose Tweet von Niels Ruf sorgt aktuell für viel Wirbel im Netz und die nachfolgenden Diskussionen geben ein gutes Beispiel eines ‚hochintellektuellen‘ Meinungsaustauschs.

Immer wieder erwische ich mich selbst dabei, auf sinnlose oder verletzende Posts mit Wut reagieren zu wollen, aber dann stelle ich mir die Frage: „Ist das wirklich der richtige Platz für so etwas?“ Ein Platz voller Menschen, die alles besser wissen und zu allem eine Meinung haben. Ich denke nicht. Deswegen habe ich mir jegliche Diskussionen in sozialen Netzen abgewöhnt. Kenne ich die Leute persönlich – und ja: das ist immer noch der Großteil – spreche ich Dinge, die mir wirklich wichtig sind, persönlich an. In einer direkten Kommunikation lassen sich Emotionen besser steuern und auch lesen. Oft reicht so ein Gespräch, um Gründe zwischen Gedankenlosigkeit und Weitblick zu verstehen. Alle anderen Diskussionen sind mir egal geworden – weil sie einfach keinen Sinn machen und ich meine Zeit lieber sinnvoll verbringe.

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